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Landwirtschaft - Eine Zukunft der Weidewirtschaft?

Die Adelegg war für die Bauern seit jeher eine große Herausforderung. Und doch blühte hier einst die Landwirtschaft - in der Kombination mit Waldarbeit und der Glasmacherei als Haupterwerb. Noch in den 50er Jahren waren drei Sennereien in Kreuzthal, Blockwiesen und im Ulmertal im Betrieb. Rund 70 meist kleine Berghöfe wurden bewirtschaftet, selbst die steilsten Hänge gemäht.

Mit den 60er Jahren wanderten die Bergbauern ab, nur die Höfe im Tal überlebten. Die Aufforstung ist seither die größte Bedrohung.

Heute gibt es nur noch eine Handvoll aktiver Landwirte, auf den Berghängen tummelt sich Pensionsvieh aus dem Unterland.

Am 21. Januar 2010 lud das Landwirtschaftsamt Kempten alle Kreuzthaler Flächenbesitzer in den Dorfgasthof ein, um zusammen mit der Vorstandschaft des Adelegg-Vereins über ein Konzept zu informieren, mit dem gefährdete landwirtschaftliche Flächen in der Adelegg eine Perspektive haben sollen.

Eine Umfrage unter den Kreuzthaler Landwirten sollte zunächst Auskunft über die zukünftige Bewirtschaftung geben. Das Ergebnis der Umfrage zeigt: Es ist Zeit zu handeln:

Die Umfrage 2010:

»Wie lange werden Sie bzw. Ihre Familie Ihre Flächen noch bewirtschaften?« Mit dieser Frage wurden alle Kreuzthaler Landwirte um eine »persönliche Einschätzung« der kommenden Jahre gebeten. Durch die schriftliche Umfrage will das Amt für Landwirtschaft Kempten die Ausgangssituation für das Landschaftspflegeprojekt des Adelegg-Vereins genauer durchleuchten. Es wurden die Bewirtschafter der Flächen im Kreuzbachthal, im Eschachthal, im Ulmerthal, in Fallehen und auf dem Herrenberg befragt.

Erfreulicherweise kamen die Fragebögen nahezu vollständig zurück und konnten vom Landwirtschaftsamt ausgewertet werden: Rund 230 ha der abgefragten Flächen werden innerhalb der nächsten 10 Jahre von ihren Bewirtschaftern nicht mehr gepflegt werden können. Weitere 115 ha werden nach diesen persönlichen Einschätzungen im Zeitraum von 15 Jahren aufgegeben werden, lediglich 15 Prozent der insgesamt 409 Hektar Grünland sind über 15 Jahre hinaus gesichert.

Das Ergebnis zeigt deutlich, wie dringend wieder Eigeninitiative gefragt ist. In den 1970er Jahren erkämpfte ein Kreis von Landwirten um Magnus Dorn und Robert Kargus eine Sonderförderung für die arbeitsintensiven Steilhänge des Kreuzthals. Ohne diese Förderung und ohne das zähe Durchhaltevermögen der Bergbauern hätte sich der Wald die meisten Wiesen und Weiden längst wieder geholt. Damals wie heute ging und geht es darum nicht aufzugeben.

Sowohl der Landrat als auch die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden unterstützen jetzt das Landschaftspflegeprojekt des Adelegg-Vereins. Leader, Plenum und das Amt für Landwirtschaft bemühen sich um eine entsprechende Förderung und die Firma Feneberg hat die Vermarktung der Produkte aus dem Projekt zugesagt.

Es ist Zeit zu handeln.